Meditation

The Way of Awareness – An immersion Experience in Mindfulness and Heartfulness

Retreat Juni 2022 mit Jon Kabat-Zinn und Will Kabat-Zinn

Mit großer Neugierde und Freude fuhr ich Anfang Juni Richtung Arlberg auf das seit 2020 angekündigte Retreat mit Jon Kabat-Zinn und seinem Sohn Will. Das 5-Tages Retreat fand in Rankweil statt, ein Ort im deutschsprachigen Dreiländereck im äußersten Westen von Österreich.

Sunset

Die Corona-Pandemie hatte das Reisen für einige Zeit komplett zum Erliegen gebracht. Nachdem wir uns nach über zwei Jahre an den neuartigen Virus gewöhnt hatten, waren Langstrecken Flüge über den Atlantik wieder möglich. Das Retreat fand unter starken Pandemie-Sicherheitsvorkehrungen statt. Jeder Teilnehmer*in musste bei der Ankunft dreifach geimpft und PCR-getestet sein. Das Tragen von Masken wurde während der Veranstaltung empfohlen und weitere Antigen-Tests zwischendurch trugen dazu bei, jegliches Infektionsgeschehen zeitnah zu erfassen.

Fast zweihundert an Mindfulness interessierte Menschen nahmen den oftmals langen Weg auf sich, um mit dem Wegbereiter der modernen Achtsamkeits-Bewegung einige Tage in Stille zu verbringen, um seine Worte zu lauschen und um sich von Vater und Sohn inspirieren zu lassen.

Jon Kabat ZInn Arbor

Jon Kabat-Zinn ( 5. Juni 1944 in New York), emeritierter Professor an der University of Massachusetts Medical School in Worcester erhielt seinen Doktor in Molekularbiologie am MIT (Massachusetts Institute of Technology). Schwerpunkt seiner Forschungen war die Geist/Körper-Interaktionen bei der Heilung und den klinischen Anwendungen des Achtsamkeitstrainings für Menschen mit chronischen Schmerzen und mit Stress verbundenen Störungen. Die Entwicklung und der Erfolg von Mindfulness-Based Stress Reduction, ein 8-Wochen Achtsamkeits-Kurs, in dem Übungen aus dem Hatha Yoga, Vipassana und Zen miteinander verbunden wurden, haben dazu beigetragen, dass Achtsamkeit im Mainstream angekommen ist. Heute werden Achtsamkeitstrainings und MBSR-Kurse auf der ganzen Welt in Krankenhäusern, Schulen, Universitäten, Unternehmen, Gefängnissen und in der Politik angewendet.

Achtsamkeit wird oft als das Herz buddhistischer Meditation bezeichnet, obwohl sie weit mehr als das ist. In ihrer elementarsten Erscheinungsform ist Achtsamkeit eine der Grundfunktionen des Bewusstseins, ohne dem es keinerlei Objektwahrnehmung gibt. Der Theravada Mönch und buddhistischer Gelehrte, Nyanaponika Thera, beschreibt Achtsamkeit wie folgt:

„Der selbst das Verborgene öffnende Schlüssel zur Erkenntnis des Geistes und damit der Einsatzpunkt; Das nie versagende Werkzeug zur Formung des Geistes und damit der Angelpunkt; Das Wahrzeichen der gewonnen Befreiung des Geistes und damit der Höhe und Endpunkt“.

Nyanaponika, Geistestraining durch Achtsamkeit, Verlag Beyerlein & Steinschulte, 2007
Meditation

Der Ablauf des intensiven Retreats erlaubte uns, die eigene Erfahrung in all seinen Facetten wahrzunehmen, im Einklang mit der Bewusstheit oder der fortwährenden „Awareness“. Um 6:00 Uhr morgens saßen wir bereits im Schweigen auf Kissen, Hocker oder auf Stühlen. Abends um 22:00 Uhr ging der Tag zu Ende. In dem wir nahtlos von der Meditation im Sitzen in die Meditation im Gehen oder in Bewegung wechselten, hielten wir die „Bewusstheit“ aufrecht, Augenblick für Augenblick. Vier von den fünf Retreat-Tagen verbrachten wir in Stille, in Resonanz mit uns selbst, beim Sitzen, beim Gehen, beim Stehen, beim Liegen, beim Essen und ganz besonders Schritt für Schritt bei der Geh-Meditation, währenddessen unsere Fußsohlen den Boden berührten, fast wie im Tanz. In spezifischen Zeiten des achtsamen Dialogs und des Teilens der individuellen Erfahrung war das Sprechen erlaubt. Das Fehlen der Kommunikation miteinander, ein Handy-Verbot und damit der ständigen Ablenkungen, der wir üblicherweise ausgesetzt sind, führte zum Aufbau eines sehr intensiven, subtilen Feldes im Meditationsraum, das spürbar war.

In den Anleitungen und immer wieder als Kommentar zu Fragen oder Erfahrungen der Teilnehmenden, sprachen Jon und Will zahlreiche Anwendungen von Achtsamkeit an, vor allem in Anbetracht des menschlichen Zustandes, der Schmerz, Stress, Krankheit, eigene Annahmen und implizite Vorurteile umfasst, um die großen Zusammenhänge von menschlich-getriebenem Klima-Desregulierung und soziale Ungleichheiten einzubinden.

Jon Kabat-Zinn_Vater und Sohn

Die Interaktion von Vater und Sohn war eine wunderbare Erfahrung. Die buddhistisch geprägte Weisheit von Jon und die natürliche, dem Zeitgeist entsprechenden Einsichten von Will machten das Retreat zu einer berührenden, einzigartigen, inspirierenden Erfahrung für mich persönlich. Möge es noch zahlreiche Retreats dieser Art geben. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit den beiden und inzwischen kultiviere ich „Heartfullness“ in Verbindung mit der ständig anwesenden „awareness“, dass uns alle miteinander verbindet, hier im Retreat und mit allen Lebewesen der Schöpfung.

Bilder: Copyright Autorin (Bild 1 und 3), Arbor Verlag 2022 (Bild 2 und 4)

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Achtsamkeits-, Yoga und Meditations-Retreat im stimmungsvollem Kloster Jakobsberg in Ockenheim, Mainz

Mitte Juni fanden sich eine Gruppe von acht Achtsamkeits-Praktizierende in das stimmungsvolle, hoch über den Rhein gelegene Kloster Jakobsberg. Ein 300 Jahre altes Kloster, dass heute von Mönchen der Missionsbenediktiner von St. Ottilien und benediktinische Schwestern der Congregation of Benedictine Sisters of the Eucharistic King (Philippinen) betrieben wird.

Das Kloster

Das Kloster ist Pilgerstätte für die 14 heiligen Nothelfer. Menschen gehen seit dem Jahr 1720 diesen Abschnitt des Jakobswegs den Berg hinauf, um in der Kapelle die Heiligen zu verehren. Heute beherbergt das Kloster Jakobsberg eine Bildungsstätte, das Meditations- und Seminarräume zur Verfügung stellt, sowie ein Jugendhaus. Teilnehmerinnen übernachten in Einzel- oder Doppelzimmer und werden von der Klosterküche mit köstlichen Mahlzeiten versorgt.

Unser Retreat begann am Freitagnachmittag, nachdem alle Teilnehmerinnen den Weg ins Kloster gefunden hatten. Ein Teilnehmer kam zu Fuß. Er wollte den Weg des Pilgers zum Kloster nehmen und die innere Stimmung dabei beim Gehen bewusst wahrnehmen.

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Wir bekamen die seltene Ehre, die Hauskapelle der Mönche für die Eröffnung des Retreats zu benützen. Die einfach eingerichtete Kapelle mit langen schmalen modernen Glasfenstern war in hellem Holz eingerichtet. In dieser außergewöhnlichen Atmosphäre hielten wir inne und kamen im Rahmen einer ersten Meditation bei uns selbst und in der Gemeinschaft an. Durch die Möglichkeit der Teilnahme am aktiven Klosterleben wohnten wir einer Abend-Messe und anschließender Vesper in der Kirche bei, die uns geistig in den Raum eintreten ließ.

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Das Wochenende zeichnete sich aus durch ein abwechslungsreiches Programm von morgendlichen 5-Elemente Meditationen mit anschließender Geh-Meditation, Yoga und angeleiteten Meditationen aus säkularen Achtsamkeit-Schulen, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte im Westen entwickelt haben. Atemübungen aus dem Yoga, Wanderungen in den umliegenden Wäldern und Weingärten und der Austausch in Zweier-Gruppen oder im Plenum rundeten das Programm ab.

Hildegard_von_Bingen

Die römisch-katholische Heilige, Kirchenlehrerin und Benediktinerin Hildegard von Bingen wirkte im 12. Jhdt. in diesen Teil Deutschlands und ist immer wieder gegenwärtig, ob in den Ruinen des Klosters Disibodenberg, wo sie die ersten vierzig Jahre verbrachte, im Kloster Rupertsberg oder im Kloster Eibingen, wo ihre Reliquien aufgebahrt werden. Um den Entstehungsort zu würdigen wurden zahlreiche Texte aus Veröffentlichungen von Hildegard von Bingen gelesen, die sie eine der bedeutendsten Universalgelehrten der Natur- und Heilkunde des Mittelalters ausweisen.

Besonders berührend bleibt eine Metta oder Liebende-Güte Meditation, die jeden einzelnen und alle Lebewesen auf unseren Planeten miteinschloss.

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Bei Großteil prachtvollem Wetter mit angenehmen Temperaturen fand sich die Gruppe schnell zu einer Gemeinschaft zusammen.

Um einige Teilnehmerstimmen anzuführen: „Die Tage im Kloster Jakobsberg waren intensiv und nachhaltig für mich, ich freue mich jetzt noch, dass ich dabei sein durfte. Dir weiter so viel Freude beim Weitergeben deines unendlichen Wissens und deiner immensen Erfahrung. Es tut sehr gut, das so zu spüren“.

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„Es war sehr schön, ganz entspannend, aber auch fordernd und erkenntnisreich. DANKE für das Wochenende und alles zusammen“.

„Ich wollte mich ganz herzlich für dieses wunderbare Wochenende bedanken. Ich habe so viel gelernt und mich wunderbar entspannt“.

Insgesamt ein erinnerungsreiches Wochenende an einem stimmungsvollem Kraftplatz mit viel Herz. 2023 wird es wieder stattfinden.

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Mit dem Myelom im Gepäck, eine richtungsweisende Seminar-Reihe der Multiple Myelom Selbsthilfegruppe

Mit Achtsamkeit durchs Leben mit dem Myelom

Nach zwei Jahren der Abstinenz von persönlichen Meetings trafen sich 15 PatientenInnen und Angehörige zum ersten Seminar der Reihe „Mit dem Myelom im Gepäck durchs Leben“ in der wunderbaren Kulisse der Tiroler Berge. Das Thema des ersten Seminars befasste sich mit Achtsamkeit und Schmerz.

Die Multiple Myelom Selbsthilfegruppe hatte dafür das Seminarhaus Grillhof oberhalb von Innsbruck ausgesucht, ein perfekt ausgestattetes Haus mit atemberaubendem Blick auf die Nordkette der Tiroler Alpen. In einem von einer Glasfront umgebenen Seminarraum, lauschten und übten die TeilnehmerInnen 2,5 Tage wie mit der Erkrankung achtsam umgegangen und wie den bei vielen PatientInnen immer wieder auftretenden Schmerzen mit Achtsamkeitsübungen begegnet werden kann.

Auf der Basis der seit Jahrzehnten erprobten und wissenschaftlich untersuchten Methodik der beiden im klinischen Setting entwickelten Programme Mindfulness-Based Stress Reduction von Jon Kabat-Zinn und Breathworks von Vidyamala Burch wurde ein spezifisch auf Multiple Myelom PatientInnen zugeschnittener Workshop entwickelt. Wissenschaftlich fundierte Informationen zur Funktionsweise des Gehirns, des Atemapparats und des Atems, die Entstehung von Schmerzbildern, sowie positive Erkenntnisse über leichte Bewegung bei Erkrankung und einer wohlüberlegten Kräfteeinteilung wurden als Impulsvorträge präsentiert. Begleitet wurden die Informationen von im Alltag leicht anwendbaren Meditations-, Achtsamkeits- und Bewegungsübungen. Ein wichtiger Aspekt war der erfahrungsbasierte Austausch und die Reflexion in der Gruppe nach den einzelnen Übungen.

Meditation

Durch die Bewusstwerdung der Interaktion zwischen Körperwahrnehmung, dem Atem und die Rolle der Gedanken, Emotionen und Gefühle wurde klar wie stark wir selbst unsere Reaktionen auf Symptome und Schmerzen in der Hand haben. Gerade im Zusammenhang mit dem Multiplen Myelom ist der Umgang mit Schmerzen und Unbehagen eine große Herausforderung für viele PatientInnen.

Morgendliche Meditationen in der Natur im Stehen, im Gehen und einfache Yoga-Übungen brachten Lebensenergie in den Körper. Leicht durchführbare Atem-Übungen, um den Bauchraum und alle Teile der Lunge zu beatmen, wurden mit großem Interesse aufgenommen. Die Bedeutung positiver Dinge im Leben und seien sie noch so unbedeutend, wurde als Ausgleich zum eingebauten Negativitätsbias im Gehirn betont. Kurze Atem- und Mitgefühlsbetonte Übungen zeigten Wege auf, wie unmittelbar auf Unangenehmes körpernah eingegangen werden kann, mit einer sanften Berührung an der Stelle, mit Akzeptanz oder mit einer Zuwendung über den Atem.

In vertrauensvoll freundlicher Atmosphäre nutzten die TeilnehmerInnen auch die Gelegenheit zum aktiven Erfahrungsaustausch beim Essen und in abendlichen Gesprächsrunden beim gemütlichen Zusammensitzen. Besonders schätzenswert fanden die TeilnehmerInnen neben der schönen Naturumgebung, die intime Atmosphäre einer kleineren Gruppe, sowie den zeitlichen Rahmen eines Wochenendseminars, der einen intensiveren Austausch und Reflexion, als bei kürzeren Veranstaltungen mit Frontalvorträgen ermöglichte.

Weitere Seminare zu „Unser Leben als Paar“ und „Der Alltag mit dem Myelom – was macht das mit mir?“ finden im Juli und im September statt. Eine Fortsetzung der Seminarreihe im kommenden Jahr ist angedacht.

Geleitet wurde das Seminar von der erfahrenen Achtsamkeitstrainerin Dr. Martina Esberger-Chowdhury, selbst Angehörige und langjährige Pionierin von Patientenorientierten Projekten in Österreich. Multiple Myeloma SH-Gruppe 

TOMATO FRANKIE

Zu Gast in einer „flammenlosen“ Küche auf Hauben Niveau

TOMATO FRANKIE

Sanfte Erholung durch Naturopathie in den Bergen von Kerala, Süd-Indien

Die rollenden dicht bewaldeten Berge von Panchalimedu in Kerala in Süd-Indien beherbergen ein Paradies für holistische Gesundheit. Fernab von der Hektik und dem Trubel des Alltags, ist es möglich, komplett abzuschalten und in die Natur einzutauchen. Eine Kur dauert zwischen zehn Tagen und drei Wochen, bringt Körper, Geist und Seele in Einklang und erweckt die körpereigenen Heilungskräfte. Untergebracht in exzellent ausgestatteten Cottages mit überdachter Terrasse, fühlte ich mich in ein wahrhaftes Paradies angekommen.

Ein Highlight dieses Aufenthaltes war die Begegnung mit einer vegetarischen Rohkost-Küche auf Hauben Niveau, dass ohne Hitze die feinsten Köstlichkeiten auf den Tisch zaubert. Chef Joy Mathews ist einzigartig in seiner Philosophie der „flammenlosen Küche“ und verarbeitet rasch frisches Obst, Nüsse und Gemüse, sodass zwischen Vorbereitung und Konsumation maximal dreißig Minuten liegen. Ein Meister seines Faches. Rohkost, oft als geschmacklos verschrien, wird in der Naturklinik Prakriti Shakti zur Gourmet-Erfahrung, auf der Basis von der Diät- und Fasten-Therapie der Naturheilkunde Indiens.

Traditionelle natürliche indische Medizin

Es gibt in Indien fünf Schulen der traditionellen Medizin, die in Europa mehr oder weniger bekannt sind. Diese sind Ayurveda, Siddha, Unani, Naturopathie und Yoga and Homöopathie. Ayurveda ist die älteste Schule der indischen Medizin und wurde bereits im 6. bis 7. Jhdt. BCE dokumentiert. Diese Methode findet im Westen derzeit großen Anklang.

Die Naturopathie, ähnlich wie die Naturheilkunde ist ein holistisches System der Medizin, dass die körpereigene Heilungskräfte nutzt, um Prävention, Heilung und Gesundheitsförderung zu bewirken. In dem nicht-invasiv und komplett ohne Medikation gearbeitet wird, erfolgt der Weg zur Heilung allein durch natürliche Elemente. Die Naturopathie Indiens basiert auf vier Säulen: Elemente der Natur, Ernährung, Yoga und Energiemedizin, um die Genesung und Regeration zu beschleunigen. Während dieser Behandlung interagieren die fünf Elemente der Natur, nämlich Wasser, Erde, Feuer, Luft und Raum, mit dem Körper. Durch Hydrotherapie, Schlammtherapie und Heliotherapie, wird die Gesundheit gefördert, Krankheiten vorgebeugt, Beschwerden geheilt und der Körper wieder hergestellt.

Verschiedene Arten von Massagen sind ebenfalls in den Heilungsprozess integriert. Diese Massagen sind speziell entwickelt, um die Vitalität zu verbessern, die Nerven und Muskeln zu entspannen und die Blutzirkulation zu verbessern. Die Therapien, die von einem erfahrenen Team von Ärzten und Therapeuten in ihrer reinsten Form verabreicht werden, wirken, ohne die natürliche Funktion des Körpers zu stören und haben keine schädlichen Nebenwirkungen.

Dieser Komplementär-medizinischen Ansatz ermöglicht eine langfristige Umstellung des Lebensstils.

Diät und Ernährung

HAWAIN-AMBROSIA

Darauf zu achten, was Sie essen und wie Sie es essen, ist ein wichtiger Teil der naturheilkundlichen Heilung, da Nahrung in der Naturheilkunde als Medizin gilt. Eine Diät, die auf Ihrem Gesundheitszustand basiert, ist wichtig, um den Heilungsmechanismus des Körpers zu initiieren und aufrechtzuerhalten.

Die Diät und Fastentherapie als Behandlungsmethode der Naturmedizin, werden in drei Stadien eingeteilt. Jedes Stadium hat einzigartige Ernährungs-Vorgaben, um die Ausscheidung, Beruhigung und Rekonstruktion von beschädigten Zellen zu erleichtern. Eine Eigenschaft des Körpers die ausgenutzt wird, besteht darin, ab sechzehn Stunden nach Nahrungsaufnahme, die Autophagie oder Zellreinigung loszutreten, damit neue und gesunde Zellen erzeugt werden und alte ausgeschieden werden.

Eine Rohkostdiät, bekannt als die Regenbogen-Heilnahrung, die aus frischen, lebendigen, gesunden, nahrhaften Lebensmitteln besteht, wird von den Ärzten zu festen Zeiten verschrieben, basierend auf Ihren Körperanforderungen und unter Berücksichtigung Ihrer Ernährungspräferenzen. Zwischendurch werden Sie den ganzen Tag über mit Säften, zartem Kokoswasser, Kräuterwasser und vielem mehr mit Feuchtigkeit versorgt, um Körper und Geist hydriert und genährt zu halten.

Die Zusammenstellung der natürlichen Ingredienzien, sowie die Zubereitung dieser „Regenbogenküche“ ist ein Fest für alle Sinne. Rohes Obst und Gemüse sind für den Körper leicht verdaulich und vor allem, wenn gut zerkaut, ist eine Sättigung relativ schnell erreicht. Der basische ph-Wert wird gefördert, Vitamine und Spuren-Elemente bleiben erhalten. Die Küche schafft es, komplizierte lokale Speisen wie das Kerala „Sadya“, dass traditionell auf einem Bananenblatt serviert wird, in eine Obst-Gemüse-Version umzuwandeln ohne Geschmacksbeeinträchtigungen. Eine wahre Meisterleistung!

Beet-Ravioli

Die indische Naturheilkunde besagt, dass jeder, der mehr als zweimal pro Tag feste Nahrung zu sich führt, krank wird. Das Konzept vom Mittagessen wird ersetzt durch einen Saft. Oft wird frisches Kokoswasser serviert, eine herrliche, nahrhafte Erfrischung. Die Zufuhr von vegetarischer Nahrung führt zu einem Sättigungsgrad, dass dem Körper erlaubt den Prozess der Heilung fortzuführen.

Ein dreigängiges Abendessen als Hauptmahlzeit findet um 18 Uhr statt. Hier wird meist auf dem Hotelareal wachsendes Gemüse Ideenreich serviert in Form von kalten Suppen, Vorspeisen oder Salate. Auch das Hauptgericht ist immer eine Mischung unterschiedlicher Gemüsearten, zart gewürzt und wohlschmeckend. Die Nachspeisen mit natürlicher Dattelsüße sind ein Genuss. Es war interessant zu beobachten, dass der Appetit nach einigen Tagen nachlässt und ein Teil der Mahlzeit oft stehenbleibt. Für mich war das Essen eine neue Erfahrung wie abwechslungsreich und köstlich rohe Frischkost zubereitet werden kann.

Die Naturopathische Ernährung betont das intermittierende Fasten mit sechzehn Stunden Pause zwischen den zwei Mahlzeiten. Dazwischen wird nur flüssiges getrunken.

Ein Highlight des Tages ist die Teilnahme an einer interaktiven Kochstunde in der hygienischsauberen Schau-Küche. Ein Rezept aus der umfangreichen Speisekarte wird vorgeführt und die Zutaten und Methodik besprochen. Der Großteil der Zubereitungen erfordert nur zwei Utensilien – ein scharfes Küchenmesser und einen gängigen Mixer. Alle Gerichte dürfen gekostet werden und die Rezepte jedem Patienten mitgegeben, damit ein Nachkochen zuhause möglich ist.

Ein Aufenthalt in Praktriti Shakti verändert ihre Beziehung zu Ernährung und unter den Anweisungen des Küchenteams, entwickeln Sie gesundere Essensgewohnheiten, die mit einen Naturopathischen Lebensstil synchron sind.

Chef Joy Mathews stellte sich freundlicherweise für ein Interview zur Verfügung.

Herr Chef, erzählen Sie mir etwas über den Ursprung und die Geschichte dieser innovativen Küche.

Chef Joy

Es war ein Bestreben der CGH-Earth Gruppe von Hotels, Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Hotellerie in Süd-Indien, in einem der Wellness-Hotels eine “flammenlose Küche” zu entwickeln. Wir haben eine Reihe von Hotels die auf Ayurveda spezialisiert sind, sowie ein Wellness-Hotel die schon länger bestehen.

2010 wurde mit dem Konzept der Naturopathie begonnen. Am Anfang baten wir hauptsächlich „smoothies“ und dips, mit verschiedenen Rohkost-Inhalten an. Gleichzeitig begann ich mit der Forschung und Entwicklung und experimentierte mit neuen Methoden in der Küche. Die Frische, Makellosigkeit und die Herkunft der Zutaten sind Schlüsselfaktoren für den Geschmack. Wir haben einen eigenen Gemüsegarten und züchten unsere Kräuter und viele Obstsorten auf dem Areal des Hotelgartens. Alles rein biologisch und nachhaltig.

Sie verwenden die Kokosnuss in unterschiedlichsten Formen, als Milch, als Öl.

Wir leben in Süd-Indien und die Verwendung der leicht erhältlichen Kokosnuss ist naheliegend. Die Kokosnuss beinhaltet zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe. Kokosmilch ist reich an Fasern und Fett. Wir verwenden weder Milch noch andere Laktose-haltigen Produkte. Unsere Milch stammt aus der Kokosnuss. In der Rohkostküche wird weder Olivenöl, Butter oder Mayonnaise verwendet. Die Kokosmilch enthält gesundes Fett, welche die Fette im menschlichen Körper ersetzen. Die Kerne und Nüsse, die wir benützen enthalten ebenfalls gesunde Fette. So führen wir den Körper gesundes Fett, Fasern und pflanzliches Eiweiß zu. Das Mikrobiom im Darm bedarf einer eigenen Pflege. Auch daran wird bei der Zubereitung der Speisen und Getränke gedacht.

In einer Küche ohne Wärme ist ein sehr starker Fokus auf den Mixer oder einen Blender.

Die essentiellen Utensilien für diese Cuisine sind ein ausgezeichneter Blender, ein exzellentes scharfes Messer und ein gute Nudel-Maschine. Schneide- und Hackfähigkeiten, die Kunst der Präsentation und ein Gefühl für ein Gleichgewicht in der Nährstoffzufuhr sind die benötigten Fertigkeiten, um diese Gerichte schmackhaft herzustellen.

Eines der beeindruckenden Einrichtungen ist die Schauküche, in der Sie jeden Tag die Zubereitung eines Gerichtes demonstrieren. Damit können ihre Gäste etwas mitnehmen und die Rezepte Zuhause nachkochen.

Ja, wir möchten, dass unsere Gäste unsere Ernährungsprinzipien weiterpflegen. Es gibt einige Dinge, auf die man achtgeben muss. Das Gericht muss sorgfältig geplant werden. Das bedeutet beim Einkauf bereits entsprechend dementsprechend planen. Die Ingredienzen sollten geschnitten und hergerichtet werden, bevor mit dem eigentlichen Prozess begonnen wird. Die Zeitspanne zwischen der Zubereitung und dem Verzehr eines Rohkost-Gerichts sollte sehr kurz sein, nämlich maximal 30
Minuten.

Wenn ich hier esse, stelle ich mir die Frage, ob diese Form der Ernährung langfristig für den Planeten nachhaltiger und sinnvoller ist, vor allem in Betracht der klimafeindlichen Auswirkungen der Fleischproduktion. Wie sehen Sie das?

Ich merke, dass junge Menschen einen anderen Bezug zur gesunden Ernährung haben. Die vegane und die vegetarische Art sich zu ernähren, ohne Fleisch und Fisch, aber auch ohne Zucker und weißes Mehl hat zugenommen. Die Jugend ist bereit sich umzustellen, weil es ihr klar ist, dass unsere Ressourcen endend wollen sind. Somit gibt es Hoffnung, dass die Vernunft siegen wird und das der Konsum von Fleisch zurück geht.

Haben Sie eine Vision für die Zukunft der Ernährung, da Sie schon so lange in der Wellness-Küche tätig sind? Post-Corona sind wir empfänglicher für ein Bewusstsein zur Erde und für vieles, dass unsere Umwelt beeinflusst. Was wird sich Ihrer Meinung nach, meine Sie, als Hauben-Chef, der so viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet hat, wie, wie wird es sich Ihrer Meinung nach aus der indischen Perspektive oder vielleicht sogar in einer größeren Perspektive bewegen?

Mein Ehrgeiz ist es, diese Art der Ernährung weiterzuentwickeln. Ich studiere immer noch, lerne ständig dazu, experimentiere mit neuen Zutaten, ein lebenslanges Lernen. Es ist mein Ziel, diese Art von Wellness-Küche auf die nächste Stufe zu heben. Die Weitergabe ist für mich wichtig. Durch das Schreiben von Kochbüchern und die freie Verteilung der Rezepte mit unseren Gästen, versuchen wir diese gesunde Art der Ernährung bekannter zu machen.

Vielen Dank! Ich bin der Überzeugung, dass Ihre Form der Küche eine weitere nachhaltige Richtung darstellt, die wir zukünftig gehen müssen. Danke!

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Prakriti Shakti – Sanfte Erholung durch Naturmedizin in den Bergen von Kerala, Indien

Die rollenden, dicht bewaldeten Berge von Panchalimedu in Kerala in Süd-Indien beherbergen ein Paradies für holistische Gesundheit. Fernab von der Hektik und dem Trubel des Alltags, ist es möglich, hier komplett abzuschalten und in die Natur völlig einzutauchen. Während meines diesjährigen Aufenthaltes in Indien, mitten in der Corona-Pandemie verbrachte ich acht Tage in dieser exzellent geführten Naturklinik, um meinen Körper einer Regeneration zu ermöglichen. Die Kur, die zwischen einer und vier Wochen dauert, bringt Körper, Geist und Seele in Einklang und erweckt die körpereigenen Heilungskräfte. Untergebracht in exzellent ausgestatteten Cottages mit überdachten Terrassen, fühlt man sich mitten in der Natur eingebettet.

Traditionelle natürliche indische Medizin

Es gibt in Indien sechs Schulen der traditionellen Medizin, die in Europa mehr oder weniger bekannt sind. Diese sind Ayurveda, Siddha, Unani, Yoga, Homöopathie und Naturopathie. Ayurveda ist die älteste Schule der indischen Medizin und wurde bereits im 6. bis 7. Jhdt. BCE dokumentiert. Diese Methode findet im Westen derzeit großen Anklang. Die Naturopathie, ähnlich wie die Naturheilkunde ist ein holistisches System der Medizin, das die körpereigene Heilungskräfte nutzt, um Prävention, Heilung und Gesundheitsförderung zu bewirken. Es wird nicht-invasiv und komplett ohne Medikation gearbeitet und so erfolgt der Weg zur Heilung allein durch natürliche Elemente. Die Naturopathie Indiens basiert auf vier Säulen: Elemente aus der Natur, Ernährung, Yoga und Energie Medizin wie Akupunktur oder -Pressur. Die Kombination von Yoga-Therapie als Komplementär medizinischen Ansatz der Naturheilkunde führt zu einem holistischen System, das den Körper von innen heraus heilt.

Yoga-therapeutische Anwendungen

Ein wichtiger Teil der Therapien besteht in der Anwendung von altbewährten Methoden aus der Yoga-Therapie. Yoga-Übungen für den Körper und praktische Übungen wie die Reinigung der Augen mit klarem Wasser, die Spülung der Nase mit einem Kännchen Salzwasser oder das Öl ziehen im Mund machen den holistischen Ansatz deutlich. Abendliche Meditationsübungen zur Förderung der Entspannung oder Konzentration sowie persönliche Yogastunden mit einem Arzt runden die Behandlungen ab. Viele dieser Übungen waren mir als langjährige Praktizierende von Yoga ein Begriff, aber die Auffrischung hat dazu beigetragen, gewisse Techniken in den Alltag einfließen zu lassen.

Die Ernährungs-Philosophie

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Erwähnenswert ist die Küche, die Hauben Niveau erreicht. Die Zusammenstellung der natürlichen Ingredienzien, sowie die Zubereitung dieser „Regenbogenküche“ ist ein Fest für alle Sinne. Rohes Obst und Gemüse sind für den Körper leicht verdaulich und vor allem, wenn gut zerkaut, ist eine Sättigung relativ schnell erreicht. Der basische ph-Wert wird gefördert, Vitamine und Spuren Elemente bleiben erhalten. Die Küche schafft es, komplizierte lokale Speisen wie das „Sadya“, dass traditionell auf einem Bananenblatt serviert wird, in eine Obst-Gemüse-Version umzuwandeln ohne Geschmacksbeeinträchtigungen. Eine wahre Meisterleistung!

Anwendungen der Naturopathie

Seit dem Bestehen behandelt die Klinik, zahlreiche chronische Erkrankungen mit großem Erfolg. Je nach Erkrankung, dauert der Aufenthalt von 14 Tagen bis zu zwei Monaten. Das Team von vier qualifizierten und erfahrenen Ärzten bieten Therapien für Erkrankungen der Atemwege, Diabetes Typ 2, Allergien und Autoimmun-Krankheiten, Kardio- und Neurologische Krankheiten an. Jede Therapie wird individuell anhand von Krankengeschichten und Laborbefunden zusammengestellt, täglich kontrolliert und mit dem Patienten besprochen.

Mein Tag in Prakriti Shakti

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Ein typischer Tag beginnt mit einem Glas Wasser mit eingeweichten Samen des indischen Basilikums, die die Peristaltik des Darmes fördern soll. Denn laut Naturopathie ist der Darm oder das Mikrobiom das Zentrum unserer Gesundheit. Kurz darauf, bei Sonnenaufgang trinkt man ein Glas Gemüsesaft und beginnt unter den frühmorgendlichen Sonnenstrahlen die sogenannte „Pancha Bhoota Upasana” – eine Übung, die die Kraft der fünf mächtigen Elemente Luft, Wasser, Erde, Feuer und Raum erweckt. Man geht dabei bloßfüßig, um zuerst die Kraft der Erde und die Energie im Wasser aufzunehmen, danach folgen Atemübungen um die Frische der Luft und die Wärme der Sonne zu spüren und als Letztes lässt man den Blick in die Umgebung schweifen, um die Weite des Raumes wahrzunhemen. Eine energetisierende Übung, um den Tag zu beginnen.

Eine therapeutische Yoga-Einheit folgt für eine Stunde, um den Körper und Geist zu entspannen und um metabolische, hormonelle, nerven- und kreislaufbezogene Veränderungen im Körper anzukurbeln. Die Yoga-Stunde ist aufgebaut auf Basis der Energiezentren im Körper und jeder Morgen ist einem anderen Energiezentrum oder Chakra gewidmet, dem verschiedene Organe und Systeme zugeordnet sind.

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Eines der angenehmsten Therapien ist die Auflage einer beruhigenden Schlammpackung auf Darm und Augen, während man auf einem Liegestuhl die sanften Morgenstrahlen der Sonne geniesst. Die Packung aktiviert den Parasympathikus und den Temperaturausgleich im
Körper.

Persönliche Konsultationen mit dem Arzt finden jeden Tag statt, denn ein Arzt begleitet jeden Patienten während des Aufenthalts. Der Fortschritt wird dokumentiert und die Therapie und Ernährung des folgenden Tages besprochen.

Um 10 Uhr gibt es die erste Mahlzeit des Tages, meistens ein Haute Cuisine Gericht aus frischem Obst, Nüssen und Samen. Die Ernährung ist stark lokal geprägt und Kokosmilch und Wasser, sowie Cashewnüsse kommen in zahlreichen Varianten vor. Einfach köstlich! Der Chef Joy Mathew ist einer der Vorreiter der „flameless“ oder feuerlosen Küche. Durch seine Kreationen mit rohem Obst und Gemüse setzt er neue Maßstäbe in der rohen, veganen Küche. Wie er immer wieder betont wird kein Öl, keine Butter, kein Mehl und kein Getreide in seinen Mahlzeiten verwendet. Viele Lebensmittel werden dehydriert und dadurch entstehen jeden Tag neue, auch ästhetisch einzigartige Gerichte – ein Spiel von Form und Farbe auf dem Teller, für alle Sinne.

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Während des Tages kommt man in den Genuss von mehreren Behandlungen. Diese finden in Form von Massagen, Wasser-, Luft oder Sonnen-Therapien statt und werden von erfahrenen Therapeuten*innen ausgeführt. Der Körper wird mit duftenden Ölen massiert, oft von zwei Therapeutinnen, mit Erde oder Schlamm von Kopf bis zu den Zehenspitzen eingerieben, sodass man wie eine Ton-Puppe aussieht. Man wird in Kokosmilch und Honig gebadet, um dann in ein Bett von Bananenblättern gewickelt und in die heilenden Strahlen der Sonne ausgesetzt. Kleopatra-Gefühle kommen auf! Jede Therapie war eine ganz besondere Erfahrung.

Eine der informativsten Teile des Tages sind die Zusammenkünfte mit einem Arzt im informellen Rahmen, der einem Aspekte der Naturheilkunde und Ziele der Behandlungen erläutert. Zeit für Fragen und Antworten und regen Austausch machen das die Therapien wissenschaftlich nachvollziehbar. Die Wissenschaft spielt in der Therapie eine große Rolle. Die Rolle des Mikrobioms, des Darms, des Vagus-Nervs und die Verbindung zum Gehirn werden ausführlich besprochen.

Die indische Naturheilkunde besagt, dass jeder, der mehr als zweimal pro Tag feste Nahrung zu sich führt, krank wird. Das Konzept vom Mittagessen wird ersetzt durch einen Saft. Oft wird frisches Kokoswasser serviert, eine herrliche, nahrhafte Erfrischung. Die Zufuhr von vegetarischer Nahrung führt zu einem Sättigungsgrad, das den Körper erlaubt, den Prozess der Heilung fortzuführen.

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Ein dreigängiges Abendessen als Hauptmahlzeit findet um 18 Uhr statt. Hier wird meist auf dem Hotelareal wachsendes Gemüse ideenreich serviert, in Form von kalten Suppen, Vorspeisen oder Salaten. Auch das Hauptgericht ist immer eine Mischung unterschiedlicher Gemüsearten, zart gewürzt und wohlschmeckend. Die Nachspeisen mit natürlicher Dattelsüße sind ein Genuss. Es ist interessant zu beobachten, dass der Appetit nach einigen Tagen nachlässt und ein Teil der Mahlzeit oft stehenbleibt. Man lernt wie man rohes Essen abwechslungsreich und köstlich zubereiten kann.

Jeden Tag wird eine andere Methode angewandt, um mit dem Stress im Körper und im Geist umzugehen. Ein Highlight des Tages ist die Teilnahme an einer interaktiven Kochstunde in der hygienisch-sauberen Schau-Küche. Ein Rezept aus der umfangreichen Speisekarte wird vorgeführt und die Zutaten und Methodik besprochen. Der Großteil der Zubereitungen erfordert nur zwei Utensilien – ein scharfes Küchenmesser und einen gängigen Mixer.

Abends fiel ich dankbar ins Bett, meist erschöpft vom straffen Tagesplan. Die Nacht bricht rasch herein in den Tropen. Kaum ist die Sonne über die Berge untergegangen, wird es dunkel. Vor und um das Cottage herum, erwacht die Nacht mit der wilden Geräuschkulisse der Natur. Die frische kühle Brise auf fast 1000 m trägt einem rasch in einen tiefen Schlaf.

Insgesamt ein verjüngender, entspannender Aufenthalt. Die Kombination von Ernährung, Yoga, abwechslungsreiche Therapien, Meditationen und die persönliche Betreuung der Ärzte, sowie des gesamten Teams ist eine wohltuende Erfahrung.

Zurück in Europa, merke ich wie schwierig es ist, die rohe Ernährung aufrecht zu halten und das, obwohl ich vegetarisch lebe. Der Winter verlangt nach wärmenden Suppen und Speisen und die Auswahl an Obst und Gemüse ist eher gering. Weißes Mehl, Zucker und Fett verstecken sich in vielen Lebensmitteln. Eine Küche ohne Flamme schwindet in die Utopie. Aber ich bemühe mich zumindest die zwei Mahlzeiten pro Tag zu erhalten, intermittierendes Fasten einzuführen, nach 19 Uhr keine Mahlzeit mehr zu mir zu nehmen und so viel wie möglich roh einzunehmen. Ich hoffe, dass ich in einem oder zwei Jahre wieder zurück nach Kerala fahren kann, um meinen Körper und Geist, die notwendige Regeneration zu ermöglichen.

https://www.prakritishakti.com/

Mit-Resilienz-und-Mind-Leadership-die-Krise-bewaltigen

Mit Resilienz und Mind-Leadership die Krise bewältigen – Ein erfolgreicher online-Workshop in der FH-Wiener Neustadt

Ein-erfolgreicher-online-Workshop-in-der-FH-Wiener-Neustadt
©Pletterbauer

Die aktuelle Krise, ein Virus, das die Welt seit fast zwei Jahren in Atem hält, über 5 Millionen Tote weltweit, steigende Infektionszahlen und der erneute Lockdown sind eine Herausforderung für jeden von uns. Eine Pandemie, die sich nicht nur auf eine Infektion beschränkt, sondern tiefgreifende wirtschaftliche, soziale, emotionale, gesellschaftliche und psychische Auswirkungen mit sich bringt.

Gerade jetzt ist der achtsame Umgang mit sich selbst wichtiger den jemals zuvor. Zahlreiche Studien während der Corona-Pandemie weisen darauf hin, dass Meditation in herausfordernden Zeiten hilft mit schwierigen Emotionen, Stress, Wut und Angst besser umzugehen. Ein ausgeglichener Geist führt zu einer überlegten Entscheidungsfindung, zu höherer sozialen Kompetenz, zu Resilienz und zu ausgewogenen Führungskompetenzen, die sich unter anderem durch Präsenz, Mitgefühl, Freundlichkeit und Empathie auszeichnen.

Über Mind-Leadership zur besseren Selbstkenntnis

Um mit der Krise besser umgehen zu können, beschloss die Personalabteilung der FH Wiener Neustadt, Mitarbeiter:innen eine interne erfahrungsbasierte Weiterbildung zu diesen Themen anzubieten. Über Selbst- und Mind-Leadership sollten wichtige Aspekte kennengelernt und Fähigkeiten erworben werden, welche die eigene Resilienz aufbauen und auf die jederzeit zurückgegriffen werden kann. Ein positiver Effekt ist, dass das Gelernte ins eigene Umfeld weitergetragen wird, sowohl beruflich als auch privat.

Eine Seminare-Reihe für mehr Verständnis der individuellen sozialen und emotionalen Intelligenz

Das über zehn Wochen laufende Seminar Reihe setzt sich aus Theorie-Impulsen, erfahrungsbasierten Meditationen und Übungen zusammen. Jedes Modul behandelt verschiedene Aspekte des Mind-Leaderships und die persönliche und arbeitsbezogene Achtsamkeit, mit Bezug auf unsere überlappende Arbeits-, Privat- und Freizeit-Welt. Welche Skills benötige ich, um in einer hybriden von der Digitalisierung geprägten Arbeitswelt zu bestehen? Wie gehe ich mit schwierigen Emotionen um? Was ist Stress und wie gehe ich aus der Achtsamkeitssicht mit Stressauslösern und Stressreaktionen um? Welche Eigenschaften des Gehirnes erlauben uns, immer wieder neues zu lernen? Warum sind Empathie und Mitgefühl im Berufskontext Garanten für eine bessere Zusammenarbeit und Teamzusammenhalt? Wieso bedeutet achtsame Kommunikation präsentes, mitfühlendes Zuhören oder Lauschen?

Gemeinsame Übungseinheiten

Zwischen den online Seminaren, die alle zwei Wochen stattfanden, wurde in jeder dazwischenliegenden Woche eine gemeinsame Übungseinheit angeboten. Damit wurden die Theorie, Tipps und Übungen in die Praxis umgesetzt.

Hier einige Stimmen dazu:

Wie Teilnehmerin Lisa Zach es persönlich ausdrückte: “Dieses Seminar ist eine große Bereicherung für mich persönlich und ich habe mir sehr viel mitnehmen können. Vielen Dank für den tollen Kurs. War eine sinnvoll genutzte Zeit“.

„Es war grenzgenial, dass die FH dieses Seminar ermöglicht hat. Ich bin super, super dankbar“ sagte eine weitere Teilnehmerin.

Mag. Agnes Hofer war der Meinung: „Der Kurs bot eine gute Mischung an wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und Übung, sodass in jeder Einheit etwas Neues dabei war, selbst wenn man mit den Inhalten schon vertraut war. Es geht um die Praxis – dass wir uns regelmäßig über mehrere Wochen hinweg zusammengefunden haben, um miteinander zu üben, hat dem Transfer der Inhalte in den Alltag und der vermittelten Haltung sehr geholfen. Martina führt mit großer Erfahrung und Expertise, sodass die Zeit immer sinnvoll genützt war. In Summe ein großes Geschenk, das uns von unserem Arbeitgeber gemacht wurde.“

Dr. Alexandra Zimmermann, HR-Managerin und Initiatorin des Seminars meinte: „Ein herzliches Danke! Ich habe viel mitnehmen können für mich persönlich“.

Zehn Wochen gegenseitiger Inspiration!

Meine-Gedanken-zur-COVID-19-Pandemie

Meine Gedanken zur COVID-19 Pandemie – ein Weckruf?

Die Covid-19 Krise hat auch in meinem Leben Spuren hinterlassen und machte die Ausmaße der Disruption unserer Zeit deutlich. Zusagen und Absagen flogen umher wie Dominosteine in Zeitlupe. Beginnend mit der Verschiebung eines globalen Meetings von Potential Project in Delhi mit dem Tibetischen Meister Mingyur Rinpoche, bis hin zur Absage der Audienz mit SH dem Dalai-Lama, in Dharamshala. Die Wochen vor dem endgültigen Shutdown brachten in mir eine Hochschaubahn von Emotionen hervor, trotz aller Gelassenheit – Freude am überwältigenden Interesse an Achtsamkeit in Mumbai, Enttäuschung nach dem blitzartigen Ende meines Indien-Aufenthaltes. Eine erfahrungsbasierte Übung im Buddhistischen Konstrukt von Vergänglichkeit.

Unvorhergesehenes ist in unser Leben im vollen Tempo gerauscht und hat uns bewusst gemacht, dass die Impermanenz ein ständiger Begleiter ist. Vor Tatsachen gestellt, die nicht veränderbar sind, stehen wir vor völlig neuen Herausforderungen mit unklarem Ende. Wie eine Fahrt in eine dichte Nebelwand auf hoher See ohne Kompass. Um das Beste aus einer unveränderbaren Tatsache zu machen, müssen wir radikale Akzeptanz üben, ohne von unseren Emotionen und dem resultierenden Gedankenkarussell unseres Geistes in permanente Unruhe versetzt zu werden.

Diese Pandemie, die auch vergänglich ist, hinterlässt tiefe Narben auf dem Planeten und in jeden einzelnen von uns. Das Wort „Virus“ kommt vom Lateinischen „virus“, das Gift bedeutet. Beim Eindringen in den Körper, verwandelt das Virus eine lebende Zelle in eine mini Fabrik, um sich zu reproduzieren. Dabei kommt es zu einer „Vergiftung“ des Wirt-Organismus. Je nach Immunabwehr reagiert der Wirt-Organismus.

In der Außenwelt hat dieser winzige Strang RNA, verheerende gesundheitliche und ökonomische Folgen verursacht, die von Krankheit, Sterben, Isolation, Jobverlust, Schulschließungen, Homeoffice, Einsamkeit, Angst und Depression geprägt waren und sind. In Teilen unserer Erde gingen die Auswirkungen des Lockdowns mit Hunger, Wohnungsverlust, Massen-Migration und Verzweiflung
einher, gerade dort wo Tagelöhner und prekäre Arbeitsverhältnisse zur Realität gehören.

Auf der anderen Seite gab uns der Shutdown die Chance, über unsere Prioritäten und Lebensgestaltung nachzudenken und Beziehungen im persönlichen Umfeld tiefer wahrzunehmen. Die Chance über die Zerstörung unserer Erde, Klimakatastrophen, soziale Ungerechtigkeit, Ausrottung von Lebewesen usw. nachzudenken und unsere Rolle darin zu verstehen. Außen die Disruption, innen die einzigartige Möglichkeit in uns zu kehren, im Innehalten, die unendliche Stille in
uns Selbst, zu erkennen.

Für manchen von uns wirkte die Pandemie, der globale Stillstand und der Shutdown wie ein Weckruf, trotz Leid und den Einschränkungen der persönlichen Freiheit und Mobilität.

Ein Weckruf, unsere Beziehung zu uns selbst und zu unserer unmittelbaren Umgebung neu zu betrachten.

Ein Weckruf, langsamer und bewusster zu leben, mit Weisheit und Mitgefühl.

Ein Weckruf, unsere Verbundenheit zu allen Menschen und Lebewesen zu erkennen, zu spüren und positiv zu verändern.

Ein Weckruf, unsere Erde in all ihrer Verwundbarkeit zu akzeptieren und zukünftig nachhaltig und respektvoll mit ihr umzugehen.

Ein Weckruf, diesen brutalen Stillstand als Warnzeichen der Natur zu erkennen und die ungeahnten Möglichkeiten zu nutzen, in der Neuorientierung und Phase der Neugestaltung des sozialen und ökonomischen Gefüges unseres Planeten, statt einer Rückkehr zu „Business as usual“. Zu noch mehr Konsum und Vernichtung.

Ein Weckruf, sich mit dem innersten unseres Selbst zu verbinden und Potentiale für Wachstum zu entfalten, ohne Gier, Neid, Habsucht, Lüge, Egoismen und Selbstherrlichkeit.

Um unsere Zukunft neu zu gestalten, müssen wir hier und jetzt präsent sein und uns vom Gepäck der Vergangenheit lösen. All das was wir von unseren guten Erfahrungen und Fehlern gelernt haben, dient als Basis für ein Neu-denken einer besseren, gerechteren, inklusiveren Welt. Eine Welt ohne die massiven Gräben, zwischen Arm und Reich, Weiß oder anders-färbig (zum Großteil), weiblich oder
männlich, Jung oder Alt, krank oder gesund. Ohne Groll, Zorn, Schuldgefühle und Schmerz der Geschichte. Wenn wir uns öffnen, in unserem Geist, in unsere Herzen und mit unserem Willen, für das was entstehen möchte, ist es möglich eine gemeinsame zukunftsfähige, gerechtere Welt zu schaffen, eine Oase der Lebendigkeit, die wir unseren Planeten und unseren Kindern und Kindeskindern schulden.

Denn in den Worten von Kahlil Gibran, den geschätzten libanesisch-amerikanischen Poeten aus „der Fluss und die Angst“:

“Es wird gesagt, dass vor dem Betreten des Meeres, ein Fluss vor Angst bebt.

Er blickt zurück auf dem Weg, den er zurückgelegt hat, von den Gipfeln der Berge, den langen gewundenen Weg durch Wälder und Dörfer. Und vor sich sieht er einen Ozean, der so weit ist, dass ein Eintreten ein Verschwinden für immer bedeutet.

Es gibt keinen anderen Weg.

Der Fluss kann nicht umkehren.

Niemand kann umkehren.

Zurückzukehren ist in der Existenz nicht möglich.

Der Fluss muss das Risiko eingehen, in den Ozean zu gelangen, denn nur dann wird die Angst verschwinden, denn dort wird der Fluss erkennen – es geht nicht darum, in den Ozean zu verschwinden, sondern zu dem Ozean selbst zu werden”.