Mit dem Myelom im Gepäck durch das Leben

Published by Martina Esberger on

Wochenend-Workshop „Achtsam durch das Leben mit dem Myelom“ im Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten

Ein Wochenende für mehr Achtsamkeit, Austausch und Lebensqualität: Beim Workshop „Achtsam durch das Leben mit dem Myelom“ in St. Pölten erhielten Menschen mit Multiplem Myelom und ihre Angehörigen praktische Impulse für den Umgang mit Krebs, Schmerz, Stress, schwierigen Emotionen und Gedanken und den Herausforderungen des Alltags.

Neue Therapien beim Multiplen Myelom schenken vielen Betroffenen wertvolle Zeit: Das progressionsfreie Überleben verlängert sich deutlich, und immer mehr Patientinnen und Patienten leben über viele Jahre mit der Erkrankung. Eine vollständige Heilung ist weiterhin nicht möglich – doch ein gutes Leben mit dem Myelom kann gelingen.

Genau hier setzt die Seminarreihe der Multiples Myelom Patienten Selbsthilfegruppe an. Sie unterstützt Betroffene und Angehörige dabei, mit den körperlichen, seelischen und sozialen Herausforderungen im Alltag besser umzugehen. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Lebensqualität trotz Belastungen erhalten und gestärkt werden kann.

Ablauf des Workshops

Vom 12. bis 14. Juni fand der Workshop „Achtsam durch das Leben mit dem Myelom“ statt. Achtzehn Patientinnen, Patienten und Angehörige aus ganz Österreich kamen im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten zusammen. Von Freitagabend bis Sonntagmittag lernten sie krankheitsbezogene Impulse, sanfte Bewegungs- und Atemübungen, Meditationen sowie praktische Anregungen für den Alltag kennen.

In der Vorstellungsrunde am ersten Abend wurde spürbar, wie wertvoll der Austausch in einem vertraulichen und geschützten Rahmen ist. Einige Teilnehmende hatten das Seminar bereits einmal besucht und nutzten das Wochenende, um bewährte Techniken aufzufrischen. Besonders großes Interesse weckten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Achtsamkeit auf Schmerz, chronischer Erkrankung und Krebs.

In Rollenspielen und interaktiven Übungen wurden zentrale Themen lebendig und mit viel Humor vermittelt: der Umgang mit Angst und Verzweiflung, die Rolle von Gedanken, Emotionen, Gefühle und Verhalten bei Krebs, Mitgefühl gegenüber dem eigenen Körper, Zuwendung statt Widerstand, und die bewusste Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments.

Im Mittelpunkt des komplementärmedizinischen Seminars stand die Frage, wie Menschen mit den Begleitumständen einer chronischen Krebserkrankung umgehen können. 

Methoden des Workshops

Das Programm basiert auf bewährten und evidenzbasierten achtsamkeitsbasierten Interventionen wie Mindfulness-Based Stress Reduction, Breathworks Mindfulness und Mindfulness-Based Cognitive Therapy for Cancer. Die Techniken unterstützen einen differenzierteren Umgang mit körperlichen und psychischen Begleiterscheinungen der Erkrankung – etwa mit Angst, leichten Depressionen, Fatigue, Schlaflosigkeit, Stress und anderen Herausforderungen in den verschiedenen Zeiträumen der Krankheit.

Zu den erfahrungsbasierten Übungen gehörten achtsame Bewegung aus dem Yoga, Atemübungen sowie Meditationen im Liegen, Stehen, Sitzen und Gehen. Ein Skriptum zu Achtsamkeit bei Krebs, Schmerz und chronischer Erkrankung sowie eine Broschüre mit Mini-Übungen für den Alltag ergänzten das Angebot. Alle Teilnehmenden erhielten im Anschluss Audioaufnahmen der Meditationsanleitungen.

Durch die jahrelange intensive Auseinandersetzung der Seminarleiterin mit dem Thema und ihre einschlägigen Ausbildungen ist ein erprobtes Format der komplementären Selbsthilfe entstanden – speziell für Menschen mit Multiplem Myelom im Umgang mit Krebs und Schmerz.

Ein Wochenende, das stärkt

Mit neuen Werkzeugen, persönlichen Einsichten und einem gestärkten Gefühl der Verbundenheit verabschiedeten sich die Teilnehmenden voneinander. Viele nahmen das Vertrauen mit, den Herausforderungen der Erkrankung mit einer neuen Haltung begegnen zu können.

Mein persönlicher Dank gilt den OrganisatorInnen Obmann Thomas Derntl und stellvertretende Obfrau Sonja Pearsall für dieses wertvolle ganzheitliche Format, das Menschen mit Multiplem Myelom und ihren Angehörigen angeboten wird, um ihre Lebensqualität nachhaltig zu stärken. Die Multiple Myelom Selbsthilfegruppe sind Pioniere in Österreich in der Umsetzung einer richtungsweisenden Geist-Körper-Medizin.

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