Ein Wochenende in Stille – Eindrücke, Impressionen, Inspirationen

Veröffentlicht von Martina Esberger am

Vergangenes Wochenende hatte ich die erstmalige Gelegenheit zwei „Tage der Stille“ hintereinander anzuleiten. Der „Tag der Stille“ unterstützt die Teilnehmer*innen beim Mindfulness-Based Stress Reduction Programm (kurz MBSR genannt) die Anwendung von Achtsamkeit zu stärken und vertiefen und ist ein wesentlicher Teil des acht-Wochen Seminars.

Der Beginn der „Stille“ wird offiziell nach Start eingeläutet und am Ende der sieben Stunden nach einer Auflösung im Flüsterton ausgeläutet. Obwohl alleinlebende Teilnehmer*innen berichten, dass sie gewohnt sind zu schweigen, ist die Erfahrung in der Gemeinschaft etwas tief Verbindendes und wird als sehr bereichernd erlebt.

Meditationen im Sitzen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie die Aufmerksamkeit auf dem Atem, das Körper-Gewahrsein, das Hören (um die Sinneswahrnehmung deutlich zu schärfen), die Erkennung vom Prozess des Denkens oder das Eintauchen in das offene Gewahrsein, wechseln sich mit Geh-Meditationen, achtsame Bewegungen im Stehen, Liegen oder Sitzen und mit dem Bodyscan ab. Auch andere Meditationsarten werden gemeinsam geübt, wie die See- oder Bergmeditation und Liebende-Güte, auch Metta genannt.

Meditationen wie der „Berg“ und der „See“, die zu meinen Lieblingsmeditationen gehören sind Metaphern, die verwendet werden, um mit ihren Eigenschaften zu verbinden, wie Erdung, Stabilität, Unerschütterlichkeit, Gelassenheit, Flexibilität und innere Stärke. Aspekte, die uns in herausfordernden Situationen Stabilität verleihen.

Eine wichtige Komponente des „Tages der Stille“ ist das Essen im Schweigen. Wir sind so gewohnt in Gesellschaft unsere Mahlzeiten einzunehmen, begleitet vom Reden, Geschwätz, Hast und Unkonzentriertheit. Die Wahrnehmung dessen, was wir einnehmen, tritt in den Hintergrund. Maßgebend ist der Geschmack. Die Stille erlaubt ein Schärfen aller Sinne, die ein Erleben des Prozesses der Zubereitung, des Auflegens auf den Teller, des Decken des Tisches, der Hingebung zu allen Facetten der visuellen, taktischen, geruchs- und geschmacklichen Reize sowie des Genießen jedes Bissens ermöglicht. Laut wissenschaftlichen Studien wird das Essen beim achtsamen Essen besser und vollständiger verdaut. Probieren Sie es einmal aus?

Inspirierende Geschichten und Gedichte sowie kurze Impulse zur Stille oder zu Themen des Programms runden das Programm ab.

Das sanfte Einleiten der Wortfindung, nach sechs Stunden Schweigen erlaubt eine nochmalige Kontemplation des Tages, erlangte Einsichten, Revue passieren der einzelnen Übungen, Inspirationen und Motivatoren diesen Weg der Achtsamkeit bewusst auch nach Ablauf des MBSR-Kurses fortzusetzen.

„Ein wunderschöner Tag“……

“Ich fühle mich im Einklang mit mir Selbst“…….

„Die Zeit ist im Nu vergangen, sind wir schon am Ende?“

„Ich könnte noch weiter schweigen“…….

„Ich möchte ab nächste Woche, einen Tag in der Woche bewusst schweigen!“

„Alle Geschmacks- und Sinnesempfindungen waren beim Essen völlig präsent. Was für eine Explosion!“

„Ich hatte etwas Angst vor diesem Tag in Stille, aber von Moment zu Moment ist das Gefühl verflogen……“

Der fließende Übergang der formalen Meditationspraxis in die informelle Praxis, erlaubte es uns offen, neugierig und präsent für jede Erfahrung zu sein, ohne sie als angenehm, unangenehm oder neutral zu bewerten. Die Kultivierung des achtsamen Gewahrseins, als Haltung fürs Leben, notwendiger als jemals zuvor, in diesen Zeiten der disruptiven Krise.

In den Worten des weisen Meisters Thich Nhat Hanh:

„Stille ist unentbehrlich.
Wir brauchen die Stille,
so wie wir Luft brauchen,
genauso wie Pflanzen das Licht brauchen.
Wenn unser Geist vollgestopft ist,
mit Worten und Gedanken,
ist für uns Selbst kein Platz mehr“

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